Die Kinder in der Vorklasse einer Sprachheilschule haben vorrangig sprachliche Defizite, jedoch auch häufig verschiedene Auffälligkeiten in allen Sinnesbereichen. Neben der gezielten sprachlichen Förderung spielt deshalb die Förderung anderer Bereiche eine große Rolle: visuelle Wahrnehmung, auditive Wahrnehmung, Grob- und Feinmotorik. Außerdem mangelt es manchen Kindern an Anregungen, die ihre Entwicklung fördern. Deshalb werden vor allem im ersten Schulhalbjahr möglichst Lernbedingungen geschaffen, die einem natürlichen Umfeld der vorschulischen Entwicklung entsprechen. Erst im zweiten Halbjahr werden gezielt – vorbereitend für den Schuleintritt in eine erste Klasse – schulische Techniken eingeführt.
Bei allen Tätigkeiten kommt dabei der Beachtung der Sprachförderung eine zentrale Bedeutung zu:
Bei den vielfältigen Tätigkeiten der Kinder steht überall einerseits die Freude am eigenen Tun und die Förderung des Selbstwertgefühls im Vordergrund, aber auch das Einüben und Einhalten von Regeln, die der schulische Alltag erfordert (Abwarten, Helfen, Zuhören).
Trotz all dieser Bemühungen um Sprache in der Kleingruppe (maximal 8 Kinder) brauchen manche Kinder zusätzlich zum Besuch der Vorklasse einer Sprachheilschule eine Einzeltherapie, die vom Kinderarzt verordnet wird (z.B. Logopädie, Ergotherapie).